Shop-Hosting für Shopware, WooCommerce und Co.
Onlineshops stellen höhere Ansprüche an Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit als normale Websites. Worauf es bei Shopware, WooCommerce und anderen Systemen ankommt.
Ein Onlineshop ist mehr als eine Website mit Produktbildern. Hinter jedem Warenkorb stehen Datenbankabfragen, Preisberechnungen, Lagerbestände, Versandregeln und Schnittstellen zu Zahlungsanbietern. Fällt der Shop aus oder wird er langsam, kostet das direkt Umsatz. Deshalb verdient die Wahl des Hostings bei Shops besondere Sorgfalt. Diese Seite fasst die Anforderungen der gängigen Systeme zusammen und zeigt, welche Hosting-Art in welcher Phase passt.
Warum Shops andere Anforderungen haben
Bei einer normalen Website liefert der Server die meisten Seiten aus einem Cache aus. Bei Shops geht das nur teilweise: Sobald ein Besucher etwas in den Warenkorb legt, sich anmeldet oder zur Kasse geht, muss jede Seite individuell berechnet werden. Dazu kommen Hintergrundaufgaben wie das Versenden von Bestellbestätigungen, der Abgleich mit Warenwirtschaft oder Marktplätzen und das Erzeugen von Produktfeeds. Das bedeutet:
- mehr Arbeitsspeicher pro Anfrage,
- mehr gleichzeitige PHP-Prozesse,
- eine schnelle Datenbank mit genug Puffer,
- zuverlässige Cronjobs oder Warteschlangen für Hintergrundaufgaben,
- hohe Verfügbarkeit, weil jede Minute Ausfall Bestellungen kostet.
Shopware 6
Shopware 6 ist ein modernes, auf dem PHP-Framework Symfony aufbauendes Shopsystem, das besonders im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. Es stellt höhere Anforderungen als viele andere Systeme:
| Bereich | Typische Anforderung |
|---|---|
| PHP | Aktuelle 8er-Version mit den vom Hersteller genannten Erweiterungen |
| Arbeitsspeicher | Großzügiges PHP-Speicherlimit; der Hersteller nennt einen Mindestwert in seiner Dokumentation |
| Datenbank | MySQL 8 oder eine aktuelle MariaDB-Version |
| Zugang | SSH und Composer für Installation und Updates |
| Hintergrundprozesse | Message Queue, die per Cronjob oder dauerhaftem Worker abgearbeitet wird |
| Suche | Optional OpenSearch oder Elasticsearch für große Kataloge |
| Caching | HTTP-Cache, optional Redis und ein vorgeschalteter Reverse Proxy |
Kleine Shopware-Shops laufen bei spezialisierten Hostern auch auf großen Shared- oder Managed-Tarifen. Für wachsende Shops mit vielen Artikeln, Varianten und Schnittstellen sind ein VPS oder ein Managed Server üblich. Die genauen, aktuellen Systemanforderungen veröffentlicht Shopware in der eigenen Entwicklerdokumentation; prüfen Sie diese vor jedem größeren Update.
WooCommerce
WooCommerce erweitert WordPress um Shopfunktionen. Dadurch gelten zunächst die Anforderungen aus dem Abschnitt WordPress-Hosting, ergänzt um:
- ein höheres PHP-Speicherlimit als für einen reinen Blog,
- mehr PHP-Worker, weil Warenkorb, Konto und Kasse nicht gecacht werden dürfen,
- einen Objektcache (Redis oder Memcached), der die vielen Datenbankabfragen abfedert,
- einen Seitencache, der Warenkorb, Kasse und Kontoseiten korrekt ausnimmt,
- einen echten Server-Cronjob für geplante Aufgaben.
Neuere WooCommerce-Installationen speichern Bestellungen standardmäßig in eigenen Tabellen (High-Performance Order Storage), was große Shops entlastet. Bei älteren Installationen lohnt ein Blick in die Einstellungen, ob die Umstellung bereits erfolgt ist.
Weitere Shopsysteme
Neben Shopware und WooCommerce sind unter anderem PrestaShop, Magento Open Source beziehungsweise Adobe Commerce, JTL-Shop und OXID verbreitet. Für alle gilt: Die Systemanforderungen stehen in der jeweiligen Herstellerdokumentation, und ein Hoster mit Erfahrung in genau diesem System spart viel Zeit. Gehostete Shoplösungen (Software as a Service) nehmen Ihnen das Hosting komplett ab, schränken aber Anpassungen und Datenexport stärker ein.
Sicherheit und Zahlungen
Ein Shop verarbeitet Namen, Adressen, Bestellhistorien und Zugangsdaten. Grundpflichten sind:
- HTTPS auf allen Seiten, mit automatisch erneuertem Zertifikat,
- zeitnahe Updates für Shopsystem, Plugins und Themes,
- Backups von Dateien und Datenbank, mindestens täglich, mit getesteter Wiederherstellung,
- getrennte Zugänge für Mitarbeitende mit nur den nötigen Rechten,
- Zahlungsabwicklung über etablierte Zahlungsdienstleister, damit Kartendaten gar nicht erst auf Ihrem Server landen.
Für Zahlungskarten gilt der Sicherheitsstandard PCI DSS. Wer Kartenzahlungen vollständig über ein eingebettetes Formular oder eine Weiterleitung des Zahlungsanbieters abwickelt, reduziert den eigenen Prüfumfang deutlich. Welche Selbstauskunft im konkreten Fall nötig ist, legt der Zahlungsanbieter fest. Allgemeine Schutzmaßnahmen finden Sie unter Hosting-Sicherheit.
Datenschutz im Shop
Ihr Hoster verarbeitet in Ihrem Auftrag Kundendaten. Sie brauchen deshalb einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, und der Serverstandort sollte idealerweise in der EU liegen. Auch Zusatzdienste wie CDN, E-Mail-Versand oder Suchdienste können Auftragsverarbeiter sein. Details erklärt die Seite Serverstandort und DSGVO.
Welche Hosting-Art in welcher Phase?
| Phase | Empfehlung |
|---|---|
| Start, kleines Sortiment | Großes Shared- oder Managed-Paket mit Objektcache |
| Wachstum, Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Marktplätzen | Managed Server oder VPS mit garantierten Ressourcen |
| Großer Katalog, viele gleichzeitige Besucher | Mehrere Server oder Cloud-Setup mit Lastverteilung, Suchserver, CDN |
Wann der Schritt zum eigenen Server sinnvoll ist, erklärt VPS und eigene Server. Die Kostenseite dazu finden Sie unter Was kostet Webhosting?.
Umzug eines Shops planen
Ein Shopumzug braucht mehr Vorbereitung als der Umzug einer Informationsseite, weil während der Umstellung keine Bestellungen verloren gehen dürfen. Bewährt hat sich: Kopie auf dem neuen Server einrichten und testen, DNS-TTL vorab senken, den Shop für den eigentlichen Wechsel kurz in den Wartungsmodus versetzen, die Datenbank ein letztes Mal synchronisieren und dann umstellen. Die einzelnen Schritte beschreibt die Seite Hosting-Umzug.
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Fragen und Antworten
- Reicht Shared Hosting für einen kleinen WooCommerce-Shop?
- Für einen kleinen Shop mit überschaubarem Sortiment und wenigen gleichzeitigen Bestellungen kann ein gutes Shared- oder Managed-WordPress-Paket genügen. Entscheidend sind ausreichend PHP-Worker und Arbeitsspeicher. Wächst der Shop, sollten Sie die Antwortzeiten im Checkout im Blick behalten.
- Muss mein Hoster PCI-DSS-zertifiziert sein?
- Wenn Sie Zahlungen vollständig über einen externen Zahlungsdienstleister abwickeln und keine Kartendaten selbst verarbeiten oder speichern, fallen die meisten Anforderungen beim Dienstleister an. Ihre Shopseite muss trotzdem sicher betrieben werden. Welche Nachweise im Einzelfall nötig sind, klärt Ihr Zahlungsanbieter.
- Wie gehe ich mit Lastspitzen um, etwa beim Newsletter-Versand?
- Planen Sie Reserven ein oder wählen Sie einen Tarif, der sich kurzfristig vergrößern lässt. Ein vorgewärmter Seitencache, ein CDN für Bilder und ein Objektcache entlasten den Server. Größere Aktionen sollten Sie vorher mit dem Hoster absprechen.
- Warum ist mein Shop im Checkout langsam, obwohl die Startseite schnell lädt?
- Startseite und Kategorieseiten kommen meist aus dem Seitencache. Warenkorb und Checkout werden dagegen für jeden Besucher individuell berechnet. Hier zeigen sich zu wenige PHP-Prozesse, langsame Datenbankabfragen oder externe Dienste wie Versand- und Zahlungsschnittstellen.
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Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.