PHP-Version aktualisieren: Warum und wie
Warum PHP-Versionen ein Ablaufdatum haben, wie Sie die Umstellung beim Hoster vorbereiten und was Sie tun, wenn danach etwas nicht mehr läuft.
Sie sollten die PHP-Version Ihrer Website aktualisieren, sobald die genutzte Version keine Sicherheitsupdates mehr bekommt, und am besten schon vorher. Der Wechsel selbst ist bei fast jedem Hoster ein Klick im Kundenmenü. Damit danach nichts ausfällt, prüfen Sie vorher die Kompatibilität von CMS, Themes und Plugins, legen ein Backup an und testen die neue Version in einer Kopie. Dieser Artikel gehört zum Ratgeber WordPress-Hosting, die Schritte gelten aber genauso für Joomla, TYPO3, Shopware und andere PHP-Anwendungen.
Warum PHP-Versionen ein Ablaufdatum haben
PHP wird in Hauptversionen weiterentwickelt, die jeweils einen festen Lebenszyklus haben. Zunächst gibt es eine Phase mit aktiver Unterstützung, in der Fehler behoben und Verbesserungen eingepflegt werden. Danach folgt eine Phase, in der nur noch Sicherheitslücken geschlossen werden. Nach Ende dieser Phase gilt die Version als End of Life: Neue Lücken werden nicht mehr behoben. Nach dem aktuellen Modell des PHP-Projekts erhält jede Version insgesamt etwa vier Jahre Updates, aufgeteilt in aktive Unterstützung und reine Sicherheitsupdates. Welche Versionen gerade unterstützt werden, veröffentlicht das Projekt auf seiner Website unter dem Stichwort Supported Versions.
Was das für Sie bedeutet:
- Sicherheit: Eine Version ohne Support ist ein offenes Risiko, gerade weil Angriffe auf Websites weitgehend automatisiert ablaufen. Mehr dazu unter Hosting-Sicherheit.
- Kompatibilität: Neue Versionen von CMS und Plugins setzen irgendwann eine neuere PHP-Version voraus. Wer lange wartet, kann Updates der Anwendung nicht mehr einspielen.
- Kosten: Manche Hoster bieten veraltete Versionen nur noch gegen Aufpreis an oder stellen Konten nach einer Frist selbst um.
- Leistung: Neuere Versionen arbeiten oft effizienter.
Welche Version nutzt meine Website?
Prüfen Sie zuerst den Ist-Zustand:
| Weg | Wo | Hinweis |
|---|---|---|
| Kundenmenü des Hosters | Bereich PHP-Einstellungen oder Domains | zeigt die Version je Domain oder Verzeichnis |
| WordPress | Werkzeuge, Website-Zustand, Informationen, Server | zeigt außerdem Hinweise zu veralteten Versionen |
| Joomla | System, Systeminformationen | Version und geladene PHP-Erweiterungen |
| phpinfo() | Datei mit <?php phpinfo(); hochladen und aufrufen |
nach dem Ablesen sofort löschen, sie verrät viele Serverdetails |
| Kommandozeile | php -v per SSH |
kann von der Web-Version abweichen |
Vorbereitung: Kompatibilität prüfen
Die meisten Probleme nach einem PHP-Update entstehen durch veraltete Erweiterungen. Neue PHP-Versionen entfernen alte Funktionen oder behandeln Fehler strenger. Code, der seit Jahren nicht gepflegt wurde, bricht dann ab.
- Systemanforderungen lesen: Welche PHP-Versionen unterstützt Ihre CMS-Version offiziell? Hersteller nennen das in den Systemanforderungen. Für Shops und andere CMS hilft der Überblick unter CMS-Hosting.
- Alles aktualisieren: CMS-Kern, Themes und Plugins auf den neuesten Stand bringen, bevor Sie PHP umstellen.
- Wartung prüfen: Erweiterungen, die seit langer Zeit kein Update bekommen haben, sind die wahrscheinlichsten Kandidaten für Fehler. Suchen Sie Ersatz oder entfernen Sie sie.
- Eigenen Code prüfen: Individuell programmierte Themes oder Schnittstellen sollte der Entwickler auf die Zielversion testen. Werkzeuge zur statischen Code-Analyse können veraltete Funktionsaufrufe finden.
- PHP-Erweiterungen notieren: Benötigt die Anwendung bestimmte Module wie
intl,imagickodersodium, prüfen Sie, ob sie für die neue Version beim Hoster aktiv sind.
Schritt für Schritt umstellen
1. Backup anlegen
Sichern Sie Dateien und Datenbank, idealerweise zusätzlich zur automatischen Sicherung des Hosters. Eine Anleitung finden Sie im Artikel Website-Backup.
2. In einer Staging-Kopie testen
Viele Hoster und Managed-WordPress-Tarife bieten eine Staging-Funktion, die die Website auf eine Testadresse kopiert. Stellen Sie dort die neue PHP-Version ein und prüfen Sie die wichtigsten Abläufe. Gibt es keine Staging-Funktion, legen Sie eine Kopie auf einer Subdomain mit Passwortschutz an.
3. Live umstellen
Wählen Sie im Kundenmenü die neue Version für die Domain oder das Verzeichnis. Bei manchen Anbietern geschieht das über einen Eintrag in der .htaccess oder eine Konfigurationsdatei, die Anleitung des Hosters gibt den genauen Weg vor. Planen Sie die Umstellung für eine Zeit mit wenig Besuchern und bleiben Sie danach erreichbar.
4. Sofort testen
- Startseite und mehrere Unterseiten, auch mit leerem Cache
- Login in den Administrationsbereich
- Formulare, Suche und, bei Shops, Warenkorb und Bestellablauf bis vor die Zahlung
- Cronjobs und geplante Aufgaben
- Fehlerprotokoll des Servers auf neue Warnungen
5. Kommandozeile und Cronjobs nicht vergessen
Cronjobs, Composer oder WP-CLI laufen oft über die Kommandozeilen-Version von PHP, die vom Kundenmenü unabhängig ist. Prüfen Sie mit php -v, welche Version dort greift, und passen Sie Pfade in Cronjobs an.
Wenn nach dem Update etwas nicht läuft
| Symptom | Häufige Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Weiße Seite oder Fehler 500 | fataler Fehler in Plugin oder Theme | Fehlerprotokoll lesen, betroffene Erweiterung deaktivieren |
| Meldung über fehlende Funktion | entfernte oder umbenannte PHP-Funktion | Erweiterung aktualisieren oder ersetzen |
| Fehlendes Modul | PHP-Erweiterung für die neue Version nicht aktiv | im Kundenmenü aktivieren oder Hoster fragen |
| Viele Warnungen im Protokoll | veralteter, aber noch lauffähiger Code | Ausgabe von Fehlern auf der Seite abschalten, Updates planen |
| Nur Cronjobs schlagen fehl | Kommandozeile nutzt andere Version | Pfad zur PHP-Version im Cronjob anpassen |
In WordPress lässt sich ein fehlerhaftes Plugin auch ohne Zugriff auf das Dashboard deaktivieren, indem Sie seinen Ordner per SFTP umbenennen. Wenn gar nichts hilft, schalten Sie im Kundenmenü auf die vorherige Version zurück, beheben die Ursache in der Staging-Kopie und stellen dann erneut um.
Wer ist für das Update zuständig?
| Hosting-Modell | Wer installiert neue PHP-Versionen? | Wer stellt um und testet? |
|---|---|---|
| Shared Webhosting | Hoster stellt mehrere Versionen bereit | Sie wählen die Version und testen |
| Managed WordPress oder Managed-Tarif | Hoster, oft mit Hinweisen oder automatischer Umstellung | Hoster teilweise, Tests Ihrer Erweiterungen bleiben bei Ihnen |
| VPS oder eigener Server ohne Management | Sie selbst über das Betriebssystem | Sie selbst |
| Managed Server | Hoster nach Absprache | gemeinsam, Tests bei Ihnen |
Lesen Sie Mitteilungen Ihres Hosters zu auslaufenden PHP-Versionen genau. Darin stehen meist Fristen, nach denen Konten automatisch umgestellt oder Aufpreise fällig werden.
Wie oft sollte ich PHP aktualisieren?
Ein guter Rhythmus: Prüfen Sie einmal im Jahr, welche Versionen unterstützt werden, und wechseln Sie spätestens dann, wenn Ihre Version in die reine Sicherheitsphase übergeht. Die allerneueste Version müssen Sie nicht am ersten Tag nutzen. Warten Sie, bis CMS und wichtige Plugins sie offiziell unterstützen, das gibt Erweiterungen Zeit für Anpassungen.
Checkliste PHP-Update
- Aktuelle PHP-Version und Support-Status geprüft
- Offiziell unterstützte Versionen des CMS bekannt
- CMS, Themes und Plugins aktualisiert, ungepflegte Erweiterungen ersetzt
- Benötigte PHP-Module für die neue Version verfügbar
- Backup von Dateien und Datenbank angelegt
- Neue Version in Staging getestet
- Live umgestellt und wichtige Abläufe geprüft
- Kommandozeilen-Version und Cronjobs angepasst
- Fehlerprotokoll nach einigen Tagen erneut kontrolliert
Fragen und Antworten
- Wie finde ich heraus, welche PHP-Version meine Website nutzt?
- Am einfachsten im Kundenmenü des Hosters, wo die Version meist je Domain oder Verzeichnis angezeigt wird. In WordPress zeigt der Bereich Werkzeuge, Website-Zustand unter Informationen die verwendete Version. Alternativ hilft eine kurzzeitig hochgeladene Datei mit phpinfo(), die Sie danach sofort wieder löschen.
- Kann ich nach dem Update auf die alte PHP-Version zurückwechseln?
- In der Regel ja, solange der Hoster die alte Version noch anbietet. Das Zurückschalten ist eine Notlösung für den Moment, keine Dauerlösung. Beheben Sie die Ursache, meist ein veraltetes Plugin oder Theme, und stellen Sie dann erneut um.
- Warum zeigt die Kommandozeile eine andere PHP-Version als die Website?
- Viele Hoster betreiben für die Website und für die Kommandozeile getrennte PHP-Installationen. Die Umstellung im Kundenmenü gilt oft nur für Webanfragen. Für Cronjobs, Composer oder WP-CLI müssen Sie die gewünschte Version meist über einen eigenen Pfad oder Befehl aufrufen.
- Wird meine Website durch eine neuere PHP-Version schneller?
- Häufig ja, weil neuere Versionen in vielen Fällen effizienter arbeiten. Wie groß der Effekt ist, hängt von Anwendung, Caching und Server ab. Der wichtigste Grund für das Update bleibt aber die Sicherheit.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.