CMS-Hosting

Joomla-Hosting: Anforderungen und Tipps für schnelle Seiten

Was Joomla vom Server braucht, welche PHP-Einstellungen zählen, wie suchmaschinenfreundliche URLs funktionieren und mit welchen Schritten Joomla-Seiten schneller werden.

Für Joomla brauchen Sie kein besonderes Hosting, sondern ein solides Webhosting mit aktueller PHP-Version, einer MySQL-, MariaDB- oder PostgreSQL-Datenbank und der Möglichkeit, PHP-Einstellungen selbst anzupassen. Ob die Seite schnell läuft, entscheiden danach vor allem Caching, die Zahl der Erweiterungen und die Server-Ausstattung. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei der Auswahl achten und wie Sie eine Joomla-Seite auf dem gewählten Hosting optimal einstellen. Den Überblick über Joomla, TYPO3 und Drupal im Vergleich finden Sie im Bereich CMS-Hosting.

Systemanforderungen im Überblick

Joomla legt für jede Hauptversion fest, welche PHP- und Datenbankversionen mindestens nötig sind und welche empfohlen werden. Die Zahlen ändern sich mit jeder Hauptversion, deshalb nennt dieser Ratgeber bewusst keine festen Versionsnummern. Verbindlich sind die technischen Anforderungen auf joomla.org.

Komponente Worauf Sie achten sollten
PHP Die von Ihrer Joomla-Version empfohlene Version, idealerweise pro Domain wählbar
Datenbank MySQL oder MariaDB als Standard, PostgreSQL als Alternative
Webserver Apache mit .htaccess-Unterstützung oder Nginx mit passender Konfiguration
PHP-Erweiterungen Unter anderem für JSON, XML, Zip, Bildverarbeitung und Datenbankzugriff
SSL Kostenloses Zertifikat, etwa über Let’s Encrypt, mit automatischer Erneuerung
Zugang SFTP für Dateien, ein Datenbankwerkzeug, optional SSH

Fehlt eine benötigte PHP-Erweiterung, meldet das Joomla-Installationsprogramm das bereits vor der Installation. Diese Vorabprüfung ist ein guter Test, ob ein Tarif grundsätzlich passt.

Welche Hosting-Art passt zu welcher Joomla-Seite?

Projekt Passende Lösung
Vereinsseite, kleine Firmenseite, Portfolio Shared Hosting mit wählbarer PHP-Version
Mehrere Joomla-Seiten mit regelmäßigen Updates Shared oder Managed Hosting mit Staging-Funktion und SSH
Großes Portal mit vielen Erweiterungen, Mitgliederbereich oder Shop Managed Server oder VPS mit eigenem Speicher und Objektcache

Die meisten Joomla-Seiten gehören in die erste Zeile. Wann sich der Schritt zum eigenen Server lohnt, beschreibt der Ratgeber Shared Hosting oder VPS.

PHP-Einstellungen, die Joomla braucht

Viele Probleme bei Joomla entstehen nicht durch zu wenig Leistung, sondern durch zu knapp gesetzte PHP-Grenzen. Diese Werte sollten Sie im Kundenmenü oder über eine eigene php.ini anpassen können:

  • memory_limit: Bestimmt, wie viel Arbeitsspeicher ein einzelner Seitenaufruf nutzen darf. Erweiterungen mit vielen Funktionen und große Menüstrukturen brauchen spürbar mehr als eine schlanke Seite.
  • upload_max_filesize und post_max_size: Begrenzen, wie groß Bilder, PDFs oder Erweiterungspakete beim Hochladen sein dürfen. post_max_size muss mindestens so groß sein wie upload_max_filesize.
  • max_execution_time: Lange Vorgänge wie Updates, Importe oder Backups brechen ab, wenn der Wert zu niedrig ist.
  • output_buffering: Joomla empfiehlt im Installationsprogramm, die Ausgabepufferung abzuschalten.
  • display_errors: Auf der Live-Seite immer aus. Fehlermeldungen gehören ins Logfile, nicht auf den Bildschirm der Besucher.

Welche Werte gerade gelten, zeigt das Joomla-Backend unter System, Systeminformationen. Dort sehen Sie auch die PHP-Version, die Datenbankversion und ob Verzeichnisse beschreibbar sind.

Suchmaschinenfreundliche URLs einrichten

Ohne URL-Umschreibung erzeugt Joomla Adressen, die index.php enthalten. Für sprechende Adressen sind zwei Schritte nötig:

  1. Datei bereitstellen: Joomla liefert die Regeln als htaccess.txt mit. Auf Apache-Servern benennen Sie die Datei im Hauptverzeichnis in .htaccess um. Existiert dort schon eine .htaccess, etwa vom Hoster, übernehmen Sie deren Zeilen in die neue Datei.
  2. Option aktivieren: In der globalen Konfiguration schalten Sie unter Website die suchmaschinenfreundlichen URLs und die Option URL-Rewrite ein.

Auf Nginx gibt es keine .htaccess. Hier leitet eine Regel in der Serverkonfiguration Anfragen, für die keine Datei existiert, an index.php weiter. Bei Managed Hosting richtet das meist der Hoster ein, auf einem eigenen Server tragen Sie die Regel selbst ein. Für Windows-Server mit IIS liegt eine entsprechende web.config.txt bei.

Wer von alten Adressen mit index.php auf sprechende URLs umstellt, sollte die bisherigen Adressen per 301-Weiterleitung auf die neuen umleiten, damit Lesezeichen und Verweise erhalten bleiben.

Joomla schneller machen

Die Leistung einer Joomla-Seite hängt zu einem Teil am Server und zu einem großen Teil an der Konfiguration. Mit dieser Reihenfolge erreichen Sie meist am meisten:

  1. Aktuelle PHP-Version nutzen: Neuere PHP-Versionen arbeiten in vielen Fällen effizienter. Prüfen Sie vorher die Kompatibilität Ihrer Erweiterungen.
  2. OPcache aktiv: OPcache speichert übersetzten PHP-Code im Arbeitsspeicher. Bei den meisten Hostern ist er eingeschaltet, kontrollieren lässt sich das in der Systeminformation.
  3. Joomla-Cache einschalten: In der globalen Konfiguration wählen Sie zwischen konservativem und progressivem Caching. Konservativ ist der sichere Start. Zusätzlich gibt es ein Plugin für den Seitencache, das komplette Seiten für nicht angemeldete Besucher zwischenspeichert. Testen Sie danach Formulare und Mitgliederbereiche.
  4. Komprimierung: Joomla kann Seiten mit Gzip komprimieren. Komprimiert bereits der Webserver, etwa mit Gzip oder Brotli, lassen Sie die Joomla-Option aus, um doppelte Arbeit zu vermeiden.
  5. Bilder verkleinern: Große, unbearbeitete Fotos sind häufig der größte Bremsklotz. Laden Sie Bilder in der Größe hoch, in der sie angezeigt werden, und nutzen Sie moderne Formate wie WebP, sofern Template und Server sie unterstützen.
  6. Erweiterungen ausmisten: Jede Komponente, jedes Modul und jedes Plugin kostet Rechenzeit, auch wenn es kaum genutzt wird. Deaktivieren und deinstallieren Sie, was Sie nicht brauchen.
  7. Statische Dateien auslagern: Bei vielen Besuchern aus unterschiedlichen Regionen kann ein CDN Bilder, Skripte und Stylesheets entlasten. Wann sich das lohnt, erklärt der Ratgeber zum CDN.

Wie Sie messen, ob der Server oder die Seite selbst bremst, zeigt der Ratgeber Ladezeit und Hosting.

Cronjobs und geplante Aufgaben

Neuere Joomla-Versionen bringen einen Aufgabenplaner mit, der wiederkehrende Arbeiten wie das Aufräumen von Sitzungen oder die Aktualisierung des Suchindex übernimmt. Standardmäßig werden diese Aufgaben ausgelöst, wenn jemand die Seite aufruft. Das funktioniert, verlängert aber einzelne Seitenaufrufe und ist bei wenig Besuch unzuverlässig.

Besser ist ein echter Cronjob beim Hoster, der den Aufgabenplaner in festen Abständen anstößt, entweder über die Kommandozeile oder über eine geschützte Web-Adresse. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Tarif Cronjobs im Kundenmenü erlaubt.

Updates und Versionssprünge

Kleinere Joomla-Updates spielen Sie über die eingebaute Update-Komponente im Backend ein. Sie zeigt auch an, ob Erweiterungen mit der Zielversion kompatibel sind. Für Sprünge zwischen Hauptversionen gilt ein eigener Ablauf:

  • Backup von Dateien und Datenbank anlegen und das Zurückspielen testen.
  • Staging-Kopie auf demselben Hosting erstellen, idealerweise auf einer Subdomain mit Zugriffsschutz.
  • Erweiterungen prüfen: Für jede Komponente klären, ob eine kompatible Version existiert oder ob es einen Ersatz gibt.
  • PHP-Version abstimmen: Erst die PHP-Version wählen, die alte und neue Joomla-Version gemeinsam unterstützen, dann Joomla aktualisieren, dann PHP weiter anheben.
  • Template testen: Eigene Template-Anpassungen sind bei Hauptversionen besonders häufig betroffen.

Wie Sie die PHP-Version beim Hoster ohne Ausfall umstellen, steht im Ratgeber PHP-Version aktualisieren. Er ist am Beispiel WordPress geschrieben, die Schritte gelten für Joomla genauso.

Sicherheit beim Joomla-Hosting

Die häufigsten Einfallstore sind veraltete Erweiterungen, schwache Passwörter und vergessene Testinstallationen. Diese Punkte sollten Sie umsetzen:

  • Joomla-Kern und Erweiterungen zeitnah aktualisieren.
  • Für Administratorkonten die Mehr-Faktor-Anmeldung aktivieren, die neuere Joomla-Versionen mitbringen.
  • Nur so viele Administratoren wie nötig anlegen, Redakteure mit eingeschränkten Rechten arbeiten lassen.
  • Alte Kopien und Installationsverzeichnisse vom Webspace löschen.
  • Regelmäßige, automatische Backups beim Hoster und mindestens eine Kopie außerhalb des Hostings.

Mehr dazu finden Sie im Bereich Hosting-Sicherheit und im Ratgeber zum Website-Backup.

Checkliste für die Wahl des Hosters

Prüfpunkt Warum er zählt
PHP-Version pro Domain wählbar Schrittweise Updates ohne Zwang für alle Seiten
PHP-Werte anpassbar Speicherlimit und Upload-Größe passend zur Seite
OPcache aktiv Spürbar schnellere PHP-Ausführung
Cronjobs möglich Zuverlässiger Aufgabenplaner
SSH und SFTP Sicherer Dateizugriff, Werkzeuge auf der Kommandozeile
Staging oder Subdomains Updates gefahrlos testen
Tägliche Backups mit Wiederherstellung Schnelle Rückkehr nach einem fehlgeschlagenen Update
Serverstandort und Vertrag zur Auftragsverarbeitung Datenschutz bei Kontaktformularen und Mitgliederdaten

Weitere Kriterien für den Vergleich von Tarifen finden Sie im Hosting-Vergleich.

Fazit

Joomla ist genügsam und läuft auf nahezu jedem ordentlichen Webhosting. Wichtiger als ein spezieller Tarif sind eine passende PHP-Version, anpassbare PHP-Grenzen, Cronjobs und verlässliche Backups. Den größten Geschwindigkeitsgewinn holen Sie danach meist aus Caching, kleineren Bildern und einer schlanken Liste an Erweiterungen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Brauche ich einen speziellen Joomla-Tarif?
Nein. Ein guter Shared-Hosting-Tarif mit wählbarer PHP-Version, ausreichendem Speicherlimit, SSL und regelmäßigen Backups genügt für die meisten Joomla-Seiten. Als Joomla-Hosting beworbene Tarife unterscheiden sich oft nur durch eine vorinstallierte Joomla-Version oder ein Installationsprogramm im Kundenmenü.
Warum funktionieren die suchmaschinenfreundlichen URLs nicht?
Meist fehlt die Datei .htaccess. Joomla liefert sie als htaccess.txt mit, die Sie auf Apache-Servern in .htaccess umbenennen müssen. Zusätzlich muss in der globalen Konfiguration die Option URL-Rewrite aktiv sein. Auf Nginx-Servern ersetzt eine Weiterleitungsregel in der Serverkonfiguration die Datei.
Welche PHP-Version braucht Joomla?
Das hängt von der Joomla-Hauptversion ab. Jede Hauptversion legt eine Mindestversion fest und empfiehlt eine neuere. Die verbindlichen Angaben stehen in den technischen Anforderungen auf joomla.org. Im Backend zeigt Ihnen die Systeminformation, welche PHP-Version Ihre Seite aktuell nutzt.
Wie mache ich vor einem großen Joomla-Update eine Sicherung?
Sichern Sie alle Dateien und die Datenbank, entweder über die Backup-Funktion des Hosters oder mit einer Backup-Erweiterung. Prüfen Sie, ob sich das Backup tatsächlich zurückspielen lässt, am besten in einer Staging-Kopie, bevor Sie das Update auf der Live-Seite ausführen.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.